Fintech-Nation Schweiz: Stabilität trifft auf Fortschritt
Bildung, Offenheit, Innovation. Basierend darauf konnte die Schweiz einen der weltweit wettbewerbsfähigsten Finanzstandorte aufbauen. Einen wichtigen Beitrag leisten zudem das verlässliche politische System und effiziente Behörden.
Die Schweiz ist stabil, wirtschaftsorientiert und international vernetzt. Ihre wettbewerbsfähige Steuerpolitik in Verbindung mit einer offenen Handels- und Aussenpolitik schafft ein günstiges Umfeld für aufstrebende Branchen. Ihren Spitzenplatz im Innovations-Ländervergleich der UNO hat die Schweiz 2024 zum 14. Mal in Folge verteidigt. Die Kombination aus solidem Fundament und zukunftsorientiertem Denken erlaubt es der Schweiz, im Fintech-Bereich eine führende Rolle einzunehmen.
Der Finanzsektor trägt 9,1 % zum BIP bei (72 Mrd. CHF), beschäftigt 200 000 Personen und ist weltweit führend in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung.
Grosse Tech-Firmen (Google, Microsoft, IBM, OpenAI etc.) sind in Zürich präsent; Google betreibt in der Schweiz seine grösste Entwicklungsstätte ausserhalb der USA.
Über 500 FinTechs und mehr als 1200 Blockchain-Unternehmen (v.a. «Crypto Valley» in Zug). Zürich und Genf gehören zu den Top-4-Fintech-Hubs weltweit.
Jährlich über 3 % des BIP für Forschung und Entwicklung (F&E), höchste Patentdichte weltweit.
Spitzenuniversitäten wie ETH Zürich und EPFL zählen zu den globalen Top 20. ETH ist weltweite Spitzenreiterin bzgl. Anzahl Tech-Spin-offs.
Was wir tun
Die Schweiz hat früh erkannt, dass optimale regulatorische Rahmenbedingungen der Schlüssel zur Förderung von Innovation sind. Sie hat in den letzten Jahren zahlreiche Initiativen im Bereich Digital Finance angestossen. Diese reichen von regulatorischen Anpassungen über technologische Pilotprojekte bis hin zu Kooperationen zwischen Behörden, Wissenschaft und Privatsektor.
Die Entwicklung und der Einsatz neuer digitaler Technologien und Produkte obliegen der Forschung und dem privatwirtschaftlichen Unternehmertum. Die Rolle des Staats liegt in der Bereitstellung der bestmöglichen Rahmenbedingungen: Veränderungsprozesse sind zu ermöglichen, Risiken anzugehen, Stabilität und Integrität sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten und Nachhaltigkeit und Vernetzung des Finanzplatzes zu fördern.
Bei der Regulierung verfolgt die Schweiz einen prinzipienbasierten Ansatz. Dies bedeutet, dass in der Gesetzgebung und Aufsicht allgemeine Grundsätze und nicht detaillierte Vorschriften im Vordergrund stehen. Damit soll Innovation möglichst viel Raum gelassen werden. Als Leitprinzipien gelten Technologie- und Wettbewerbsneutralität und damit der Anspruch, gleiche Geschäftsmodelle und gleiche Risiken gleich zu behandeln.
Open Finance
DLT / Blockchain / Tokenisierung
Künstliche Intelligenz
Green Tech
Förderung Innovation
Financial Innovation Map
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Was wir publiziert haben
Neue Technologien und innovative Geschäftsmodelle prägen die Zukunft der Finanzmärkte und beeinflussen massgeblich den Erfolg des Schweizer Finanzplatzes und die Qualität seiner Dienstleistungen. Der Bundesrat hat daher 2022 in seinem Bericht zu Digital Finance zwölf prioritäre Handlungsfelder mit spezifischen Massnahmen definiert. Der Bund soll optimale Rahmenbedingungen für Innovation schaffen, unter Berücksichtigung der Risiken.
Seit Veröffentlichung des Berichtes zu Digital Finance wurden vom EFD in Zusammenarbeit mit anderen Behörden, dem Privatsektor und der Wissenschaft wichtige Massnahmen angestossen und umgesetzt:
Neue Konstellationen und Akteure und Distributed Ledger Technology (DLT): Zurzeit läuft die Vernehmlassung für eine Vorlage, die die heutige «Fintech-Bewilligung» verbessern und den Umgang mit Stablecoins sowie anderen Kryptowährungen verlässlicher regeln soll.
Innovationspotenzial: Das 2023 gegründete Financial Innovation Desk (FIND) wurde nach zweijähriger Pilotphase per 1. September 2025 in optimierter Form in das Staatsekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) integriert.
Open Finance: Im Bereich Open Finance haben die vom Bundesrat 2022 definierten Ziele diverse Initiativen angestossen, insbesondere im Bankensektor (bspw. Multibanking). Eine separate Bestandesaufnahme folgt bis Ende Jahr.
Green FinTech: Das Green Fintech Network wurde 2023 in einen Verein überführt, der von der Branche erfolgreich weitergeführt wird.
Cyber- und Geldwäscherei-Risiken: Die Stabilität und Integrität des Finanzplatzes wurde durch Zusammenarbeit zwischen Behörden und dem Privatsektor gestärkt, beispielsweise mit dem Swiss Financial Sector Cyber Security Centre im Bereich Cyberresilienz oder mit dem Swiss Financial Intelligence Public Private Partnership hinsichtlich Risiken der Terrorismusfinanzierung und Geldwäscherei.
Die Analyse zeigt, dass im Bereich Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung die Risiken, die von der Verwendung von Kryptowährungen ausgehen, seit der Bestandesaufnahme von 2018 gestiegen sind.
Mit der Revision des Bankengesetz und der zugehörigen Verordnung sollten im Juni 2018 die Markteintrittshürden für Fintech-Unternehmen verringert und somit Innovationen gefördert werden. Das Parlament beauftragte den Bundesrat, drei Jahre nach Inkrafttreten die Wirksamkeit der Änderungen zu prüfen.
Der Bericht kommt zum Schluss, dass im Bereich der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung die Risiken, die von Krypto-Assets oder Online-Crowdfunding ausgehen, erheblich sind.
Mit dem im Dezember 2018 publizierten Bericht nahm der Bundesrat eine Auslegeordnung relevanter rechtlicher Rahmenbedingungen für Distributed Ledger-Technologie (DLT) und Blockchain in der Schweiz vor und leitete daraus das weitere Vorgehen ab.
Das PZF findet jährlich in Zürich statt und bringt eine ausgewählte Gemeinschaft globaler Entscheidungsträger zusammen, um Vertrauen in bahnbrechende Innovationen aufzubauen, die Finanzarchitektur der nächsten Generation gemeinsam zu gestalten und sich auf robuste und förderliche Regulierungswege zu einigen.
Das SIF führt eine umfassende Analyse aller Finanzmarktregulierungen im Hinblick auf Lücken und Hürden für die KI-Anwendung im Finanzmarkt durch. Publikation des Berichts voraussichtlich Q1 2026.
Im Bereich Cloud und Outsourcing wird eine vertiefte Abklärung des Handlungsbedarfs vorgenommen, mit einem Fokus auf die Vermeidung von Risiken für die Finanzstabilität.
Das EFD ist bestrebt, die FINMA darin zu unterstützen, neue Technologie bei der Einhaltung von Regulierung und bei der Aufsicht zu fördern.
Das EFD wird weiterhin die laufenden internationalen und nationalen Arbeiten begleiten (z.B. zu E-ID) und die Zusammenarbeit fördern. Zudem wird geprüft, ob zusätzliche Massnahmen ergriffen werden sollten.
Die Schweiz möchte Zahlungsdienstleistern und FinTechs günstige Bedingungen bieten und beispielsweise Stablecoin (PSP)- sowie Digital Asset (CASP)-Geschäftsmodelle unter klaren Vorgaben erlauben. Der Bundesrat hat im Oktober 2025 die Vernehmlassung zu einer entsprechenden Änderung des Finanzinstitutsgesetzes eröffnet. Medienmitteilung