Finanzkonten

Mit Hilfe des globalen Standards für den automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten (AIA) soll die Steuertransparenz erhöht und die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung verhindert werden. Der globale Standard sieht vor, dass Staaten und Territorien, die den AIA untereinander vereinbart haben, gegenseitig Informationen über Finanzkonten austauschen. Nebst der Schweiz haben sich über 100 Staaten, darunter alle wichtigen Finanzzentren, zur Übernahme des Standards bekannt.

Die rechtlichen Grundlagen für den AIA hat die Bundesversammlung im Dezember 2015 genehmigt. Sie sind am 1. Januar 2017 in Kraft getreten.

Grundsätzlich setzt die Schweiz den AIA auf der Grundlage der Multilateralen Vereinbarung der zuständigen Behörden über den automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten (Multilateral Competent Authority Agreement; MCAA) um. Mit der EU, Hongkong und Singapur wurde de AIA auf der Grundlage bilateraler Staatsverträge vereinbart.

Die Schweiz wendet den AIA bzw. wird den AIA mit folgenden Staaten und Territorien anwenden (Stand 31.12. 2017):

Partnerstaat                 
Genehmigung1 Inkrafttreten2
Andorra 17.040  01.01.2018 
Anguilla 4,10 --  01.01.2019 
Antigua und Barbuda8 17.040 --3
Argentinien 17.040 01.01.2018
Aruba8 17.040 --3
Australien 15.076 01.01.2017
Bahamas 4,10 --  01.01.2019
Bahrain 4,10 --  01.01.2019
Barbados 17.040 01.01.2018
Belize8 17.040 01.01.2018
Bermuda4
17.040 01.01.2018
Brasilien 17.040 01.01.2018
Britische Jungferninseln4 17.040 01.01.2018
Cayman Inseln4  17.040 01.01.2018
Chile 17.040 01.01.2018
China (Volksrepublik) 17.040 01.01.2018
Cookinseln8 17.040 01.01.2018
Costa Rica8 17.040 01.01.2018
Curaçao8 17.040 01.01.2018
Europäische Union5,9 15.081   01.01.2017 
Färöer Inseln  17.040 01.01.2018
Grenada8 17.040 --3
Grönland 17.040 01.01.2018
Guernsey 16.057 01.01.2017
Hongkong 6 --  01.01.2018
Indien 17.040 01.01.2018
Indonesien 17.040 01.01.2018
Insel Man  16.057   01.01.2017 
Island 16.057 01.01.2017
Israel 17.040 01.01.2018
Japan 16.057 01.01.2017
Jersey 16.057 01.01.2017
Kanada  16.057   01.01.2017 
Katar 4,10 --  01.01.2019
Kolumbien  17.040  01.01.2018 
Kuwait 4,10 --  01.01.2019
Liechtenstein 17.040 01.01.2018
Malaysia 17.040 01.01.2018
Mauritius 17.040 01.01.2018
Marshallinseln4 17.040  --
Mexiko 17.040 01.01.2018
Monaco 17.040 01.01.2018
Montserrat 8 17.040 01.01.2018
Nauru 4,10 --  01.01.2019
Neuseeland  17.040   01.01.2018 
Norwegen   16.057   01.01.2017 
Panama 8,10 -- 01.01.2019
Republik Korea (Südkorea)  16.057  01.01.2017 
Russland  17.040 01.01.2018
San Marino  17.040  01.01.2018 
Saint Kitts und Nevis8 17.040 01.01.2018
Saint-Lucia8 17.040 01.01.2018
Saint Vincent und die Grenadinen8 17.040 01.01.2018
Saudi-Arabien  17.040  01.01.2018 
Seychellen 17.040 01.01.2018
Singapur 6  --   01.01.2018 
Südafrika  17.040  01.01.2018 
Turks und Caicos Inseln4 17.040  01.01.2018 
Überseegemeinden der Niederlande (Bonaire, Saint Eustatius, Saba)10 --  01.01.2019 
Uruguay 17.040 01.01.2018
Vereinigte Arabische Emirate4 17.040  --

1: Geschäftsnummer für die parlamentarischen Beratungen.

2: Inkrafttreten auf den 1. Januar 2017 bzw. auf den 1. Januar 2018 bedeutet, dass die meldepflichtigen Finanzinstitute ab diesem Zeitpunkt Kontoinformationen von steuerlich in den jeweiligen Partnerstaaten ansässigen Personen sammeln. Diese im Laufe des Jahres 2017 bzw. 2018 erhobenen Informationen werden zwischen den zuständigen Behörden erstmals im Herbst 2018 bzw. im Herbst 2019 ausgetauscht.

3: Diese Staaten und Territorien erfüllen die Voraussetzungen des globalen AIA-Standards im heutigen Zeitpunkt nicht und haben die Einführung des AIA aufgeschoben.

4: Diese Staaten und Territorien haben sich als „ständige nichtreziproke Jurisdiktionen“ erklärt, d.h. sie werden dauerhaft Kontoinformationen an die Partnerstaaten liefern, jedoch keine solchen Daten erhalten.

5: Das bilaterale AIA-Abkommen mit der EU gilt für alle 28 EU-Mitgliedstaaten und ist auch für die Åland-Inseln, die Azoren,
Französisch-Guayana, Gibraltar, Guadeloupe, die Kanarischen Inseln, Madeira, Martinique, Mayotte, Réunion und Saint Martin anwendbar.

6: Die Schweiz hat mit Hongkong und Singapur bilaterale Abkommen zur Einführung des AIA ab 2018/2019 unterzeichnet. Die Abkommen werden ab dem 1. Januar 2018 vorläufig angewendet. Das Parlament wird die Genehmigung der Abkommen 2018 beraten.

7: Diese Staaten haben im jetzigen Zeitpunkt ihre Notifikationen über ihre Partnerstaaten noch nicht eingereicht. Die Aktivierung des AIA wird deshalb in einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

8 : Diese Partnerstaaten müssen einen Aktionsplan des Global Forum zur Vertraulichkeit und Datensicherheit umsetzen. Solange dieser Aktionsplan nicht erfolgreich umgesetzt ist, findet kein reziproker Datenaustausch statt. Meldende schweizerische Finanzinstitute müssen ab dem Zeitpunkt der Aktivierung des AIA dennoch die relevanten Daten sammeln und diese innert vorgegebener Frist an die Eidgenössische Steuerverwaltung weiterleiten. Letztere wird diese Daten nur an die Partnerstaaten übermitteln, wenn diese ihren Aktionsplan in zufriedenstellender Weise umgesetzt haben werden und eine aktualisierte Prüfung des Global Forum dies bestätigen wird.

9 : Zypern und Rumänien müssen einen Aktionsplan des Global Forum zur Vertraulichkeit und Datensicherheit umsetzen. Die Ausführungen in Note 8 gelten ebenfalls für diese zwei Staaten.

10 : Muss noch durch das Parlament genehmigt werden.

Weiterführende Informationen


Letzte Änderung 05.07.2018

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