Länderbezogene Berichte

Mit dem Austausch der länderbezogenen Berichten setzt die Schweiz einen Mindeststandard der G20-Staaten und der OECD zur Bekämpfung der Gewinnverkürzung und -verlagerung (Base Erosion and Profit Shifting, BEPS) um.

Am 1. Dezember 2017 sind die relevanten Rechtsgrundlagen in Kraft getreten. Es handelt sich um die multilaterale Vereinbarung der zuständigen Behörden über den Austausch länderbezogener Berichte (ALBA-Vereinbarung) sowie das zugehörige Gesetz (ALBAG) und die Verordnung (ALBAV). Multinationale Unternehmen in der Schweiz werden damit verpflichtet, ab dem Steuerjahr 2018 erstmals einen länderbezogenen Bericht zu erstellen. Die Schweiz wird somit ab 2020 mit folgenden Partnerstaaten länderbezogene Berichte austauschen und spätestens ab diesem Datum solche Berichte erhalten können (Stand 23.05.2019):

Andorra8 Indonesien3 Niederlande1
Argentinien3 Insel Man1 Nigeria11
Australien1 Irland1 Norwegen1
Belgien1 Island4 Österreich4
Bermudas11 Italien1 Pakistan2
Brasilien1  Japan1 Peru11
Bulgarien13 Jersey1 Polen2
Chile8 Kaimaninseln11 Portugal4
China8 Kanada8 Republik Korea1
Costa Rica11 Katar11 Rumänien11
Curaçao11 Kolumbien1  Russland8
Dänemark1 Kroatien8 Schweden1
Deutschland1 Lettland8,12 Singapur1
Estland4 Liechtenstein1 Slowakei1
Finnland1 Litauen1 Slowenien1
Frankreich1 Luxemburg1 Spanien1 
Griechenland1 Malaysia1 Südafrika1
Grossbritannien1 Malta1 Tschechien5
Guernsey1 Mauritius8 Ungarn8
Hongkong9 Mexiko1 Uruguay5
Indien1 Neuseeland1 Zypern11

1 Austausch ab Juni 2018 (einschliesslich freiwillig in der Schweiz eingereichte länderbezogene Berichte)

2 Austausch ab September 2018 (einschliesslich freiwillig in der Schweiz eingereichte länderbezogene Berichte)

3 Austausch ab Dezember 2018 (einschliesslich freiwillig in der Schweiz eingereichte länderbezogene Berichte)

4 Austausch ab März 2019 (einschliesslich freiwillig in der Schweiz eingereichte länderbezogene Berichte)

5 Austausch ab Juni 2019 (einschliesslich freiwillig in der Schweiz eingereichte länderbezogene Berichte)

6 Austausch ab September 2019 (einschliesslich freiwillig in der Schweiz eingereichte länderbezogene Berichte)

7 Austausch ab Dezember 2019 (einschliesslich freiwillig in der Schweiz eingereichte länderbezogene Berichte)

8 Austausch ab 2020 (für Steuerperioden ab 2018)

9 Austausch ab 2021 (für Steuerperioden ab 2019)

10 Austausch ab 2022 (für Steuerperioden ab 2020)

11 Diese Partnerstaaten werden länderbezogene Bericht nur übermitteln und nicht erhalten

12 Freiwillig in der Schweiz eingereichte länderbezogene Berichte für die Steuerperiode 2016 wurden im Juni 2018 mit Lettland ausgetauscht. Seither werden mit Lettland keine weiteren länderbezogene Berichte mehr ausgetauscht. Lettland hat gegenüber der Schweiz bestätigt, dass multinationale Konzerne, deren Konzernobergesellschaft in der Schweiz ansässig ist, für Steuerperioden 2016 und 2017 in Lettland keinen länderbezogenen Bericht einreichen müssen.

13 Freiwillig in der Schweiz eingereichte länderbezogene Berichte für die Steuerperioden 2016 und 2017 wurden von Juni 2018 bis Juni 2019 mit Bulgarien ausgetauscht. Seither erhält Bulgarien keine länderbezogene Berichte mehr, sondern übermittelt solche nur noch an die Schweiz.

Was ist ein länderbezogener Bericht?

Der länderbezogene Bericht informiert darüber, wie die erwirtschafteten Umsätze und die entrichteten Steuern eines multinationalen Konzerns weltweit verteilt sind. Er enthält weiter Angaben über die wichtigsten wirtschaftlichen Tätigkeiten des Konzerns in den einzelnen Ländern. Der Bericht muss von multinationalen Konzernen mit einem jährlichen konsolidierten Umsatz von über 750 Millionen Euro oder dem Gegenwert in der Landeswährung per 1. Januar 2015 erstellt werden. Davon dürften rund 200 in der Schweiz ansässige Konzerne betroffen sein.

Der länderbezogene Bericht wird jährlich automatisch an die Steuerbehörden der Staaten übermittelt, in denen diese Konzerne über Geschäftseinheiten verfügen, sofern eine staatsvertragliche Grundlage für den Austausch besteht. Die Daten richten sich ausschliesslich an die Steuerbehörden und werden nicht veröffentlicht.

Schweizer Geschäftseinheiten von Konzernen, die im Ausland ansässig sind, können in gewissen Fällen zur Einreichung eines länderbezogenen Berichts in der Schweiz verpflichtet werden. Diese Verpflichtung wird jedoch auf Fälle beschränkt sein, die das Mustergesetz der OECD im Bericht zu BEPS Massnahme 13 vorsieht, so wie es die Schweiz in der Botschaft vom 23. November 2016 dargelegt hat. 

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 10.09.2019

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