Nachhaltigkeit im Finanzsektor

Ökologische Nachhaltigkeit im Finanzbereich gewinnt national und international an Bedeutung. Das ist für den Schweizer Finanzplatz eine grosse Chance. Der Staat übernimmt hierbei die Rolle eines Vermittlers, führt mit der Branche und den interessierten Kreisen einen intensiven Dialog und setzt sich für einen optimalen Regulierungsrahmen ein.

Am 24. Juni 2020 hat der Bundesrat einen Bericht und Leitlinien zur Nachhaltigkeit im Finanzsektor verabschiedet. Ziel ist es, die Schweiz zu einem führenden Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen zu machen. Dazu will der Bundesrat die Rahmenbedingungen so gestalten, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes verbessert wird und gleichzeitig der Finanzsektor einen effektiven Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann. Entsprechende Vertiefungen in Bezug auf die Rahmenbedingungen sollen bis Ende 2020 abgeschlossen werden. 

 

Der Bundesrat hat bereits im Februar 2016 die Grundsätze für eine konsistente Politik der Schweiz im Bereich der Finanzmarktpolitik im Zusammenhang mit der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit definiert und die weiteren Schritte festgelegt. Diese Grundsätze basieren auf marktwirtschaftlichen Massnahmen sowie auf Transparenz. Gleichzeitig berücksichtigen sie die langfristigen Auswirkungen heutiger Entscheide.

Im Juni 2019 hat der Bundesrat eine Aussprache über einen nachhaltigen Finanzplatz Schweiz geführt und eine behördeninterne Arbeitsgruppe unter der Leitung des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF) eingesetzt. Diese sollte unter anderem prüfen, welche Auswirkungen der Aktionsplan der EU für nachhaltige Finanzanlagen für den Schweizer Finanzplatz haben könnte. Der Bundesrat hat die Arbeitsgruppe beauftragt, ihm einen Bericht vorzulegen, Ein Bericht, der die Resultate dieser Prüfung sowie Vorschläge für den Finanzmarkt Schweiz enthält.

Weiter wurden die Grundlagen erarbeitet um festzulegen, an welchen internationalen Initiativen die Schweiz teilnehmen soll. Als Folge davon ist die Schweiz der «Coalition of Finance Ministers for Climate Action» (Oktober 2019) und der International Platform on Sustainable Finance (Februar 2020) beigetreten. Das diesbezügliche Engagement in internationalen Organisationen (z.B. Internationaler Währungsfonds, OECD, Financial Stability Board, G20) führt die Schweiz fort.

Die Frage, ob und wie der Finanzmarkt reguliert werden soll, diskutierte der Bundesrat im Dezember 2019. Er hat das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) beauftragt zu prüfen, ob in den Bereichen Transparenz, Sorgfaltspflichten, Risikoanalyse und Stabilität regulatorischer Handlungsbedarf besteht.

 

Tests zur Klimaverträglichkeit

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) haben 2017 allen Schweizer Pensionskassen und Versicherungen ermöglicht, freiwillig und kostenlos ihre Aktien- und Unternehmensanleihenportfolios auf deren Klimaverträglichkeit testen zu lassen. Dieser Test wurde 2020 erneuert und auf Banken und Asset Manager ausgeweitet. Im Herbst 2020 sollen voraussichtlich die Resultate vorliegen.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 26.06.2020

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