Nachhaltigkeit im Finanzsektor

Nachhaltigkeit im Finanzbereich gewinnt national und international an Bedeutung. Das ist für den Schweizer Finanzplatz eine grosse Chance. Der Staat übernimmt hierbei die Rolle eines Vermittlers, führt mit der Branche und den interessierten Kreisen einen intensiven Dialog und setzt sich für einen optimalen Regulierungsrahmen ein.

Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2015 haben sich die UN-Mitgliedstaaten bereit erklärt, die 17 Ziele (Sustainable Development Goals) für nachhaltige Entwicklung bis 2030 gemeinsam zu erreichen. Die Schweiz hat 2017 das Klimaübereinkommen von Paris ratifiziert. Der Bundesrat hat sich 2019 zum Ziel gesetzt, bis 2050 unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr auszustossen.

Nachhaltigkeitsthemen prägen entsprechend vermehrt auch den Finanzmarkt. Diesbezügliche Finanzanlagen haben stark an Bedeutung gewonnen, sowohl in der Vermögensverwaltung und der Anlageberatung als auch bei Pensionskassen und Versicherungen. So haben sich in der Schweiz nachhaltige Finanzanlagen von CHF 141,7 Mrd. (2015) auf über CHF 1'163 Mrd. (2019) vervielfacht.

Am 24. Juni 2020 hat der Bundesrat einen Bericht und Leitlinien zur Nachhaltigkeit im Finanzsektor verabschiedet: Der Schweizer Finanzplatz soll seine Position als führender Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen weiter stärken. Die Rahmenbedingungen sind so zu gestalten, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes kontinuierlich verbessert wird und der Finanzsektor einen effektiven Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann.

Damit die Finanzmärkte die Umweltrisiken gebührend berücksichtigen können, ist es eine wichtige Voraussetzung, dass sowohl in der Finanz- wie auch der Realwirtschaft eine qualitativ hochwertige Datengrundlage in Anlehnung an internationale Standards vorhanden ist. Eine erhöhte Transparenz zu Umweltrisiken und -wirkung erlaubt zudem eine effiziente Entscheidungsfindung der Anleger, fördert die Innovationskraft der Finanzwirtschaft und hilft, Greenwashing zu vermeiden.

Damit die Risiken für die Finanzmarktakteure klarer sicht- und spürbar werden, müssen die externen Kosten der Umwelt- und Klimaschädigung von wirtschaftlichem Handeln in der Realwirtschaft internalisiert werden. Der Bundesrat setzt sich weiterhin international dafür ein, dass Emissionen von Treibhausgasen anhand marktwirtschaftlicher Instrumente, wie Abgaben oder Emissionshandelssystemen, einen adäquaten Preis bekommen.

Green Fintech

Dank der effizienteren Nutzung digitaler Technologien werden Fintechs für den Finanzplatz zunehmend an Bedeutung gewinnen, entweder indem sie als Innovationspartner traditioneller Finanzakteure auftreten oder indem sie deren Wertschöpfung punktuell ablösen. Für die Nachhaltigkeit und künftige Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes sind Fintechs daher von zentraler Bedeutung. Der Bundesrat positioniert den Finanzplatz Schweiz als weltweit führend in der Ausnützung des Potenzials digitaler Technologien im Bereich Sustainable Finance (Green Fintech).

Tests zur Klimaverträglichkeit

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) haben 2017 allen Schweizer Pensionskassen und Versicherungen ermöglicht, freiwillig und kostenlos ihre Aktien- und Unternehmensanleihenportfolios auf deren Klimaverträglichkeit testen zu lassen. Dieser Test wurde 2020 erneuert und auf Banken und Asset Manager ausgeweitet. 

 

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 19.01.2021

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