Nachhaltigkeit im Finanzsektor

Nachhaltigkeit im Finanzbereich gewinnt national und international an Bedeutung. Das ist für den Schweizer Finanzplatz eine grosse Chance, kann ihn aber auch neuen Risiken aussetzen. Der Staat übernimmt hierbei die Rolle eines Vermittlers, führt mit der Branche und den interessierten Kreisen einen intensiven Dialog und setzt sich für einen optimalen Regulierungsrahmen ein.

Die Schweiz beteiligt sich aktiv an den Arbeiten der zuständigen internationalen Finanzorganisationen. Sie verfügt über Expertise im Umweltbereich, günstige Rahmenbedingungen und einen starken Finanzsektor. Damit hat die Schweiz das Potenzial, um im Bereich der nachhaltigen Investitionen einen langfristigen Wettbewerbsvorteil zu erreichen. 

Der Bundesrat hat im Februar 2016 die Grundsätze für eine konsistente Politik der Schweiz im Bereich der Finanzmarktpolitik im Zusammenhang mit der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit definiert und die weiteren Schritte festgelegt. Diese Grundsätze basieren auf marktwirtschaftlichen Massnahmen sowie auf Transparenz. Gleichzeitig berücksichtigen sie die langfristigen Auswirkungen heutiger Entscheide.

Im Juni 2019 hat der Bundesrat eine Aussprache über einen nachhaltigen Finanzplatz Schweiz geführt und eine behördeninterne Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese soll unter anderem prüfen, welche Auswirkungen der Aktionsplan der EU für nachhaltige Finanzanlagen für den Schweizer Finanzplatz haben könnte. Ein Bericht, der die Resultate dieser Prüfung sowie Vorschläge für den Finanzmarkt Schweiz enthält, soll 2020 vorliegen.

Weiter wurden die Grundlagen erarbeitet um festzulegen, an welchen internationalen Initiativen die Schweiz teilnehmen soll. Als Folge davon ist die Schweiz der «Coalition of Finance Ministers for Climate Action» (Oktober 2019) und der International Platform on Sustainable Finance (Februar 2020) beigetreten. Das diesbezügliche Engagement in internationalen Organisationen (z.B. Internationaler Währungsfonds, OECD, Financial Stability Board, G20) führt die Schweiz fort.

Die Frage, ob und wie der Finanzmarkt reguliert werden soll, diskutierte der Bundesrat im Dezember 2019. Er hat das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) beauftragt zu prüfen, ob in den Bereichen Transparenz, Sorgfaltspflichten, Risikoanalyse und Stabilität regulatorischer Handlungsbedarf besteht.

Tests zur Klimaverträglichkeit

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) haben 2017 allen Schweizer Pensionskassen und Versicherungen ermöglicht, freiwillig und kostenlos ihre Aktien- und Unternehmensanleihenportfolios auf deren Klimaverträglichkeit testen zu lassen. Dieser Test wird 2020 erneuert und auf Banken und Asset Manager ausgeweitet.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 21.04.2020

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