Nachhaltigkeit im Finanzbereich

Die Thematik der Nachhaltigkeit im Finanzbereich gewinnt national wie international an Bedeutung. Mit dieser Materie befassen sich derzeit verschiedene internationale Gremien und Organisationen. Das kann dem Schweizer Finanzplatz gewisse Vorteile verschaffen, ihn aber auch neuen Risiken aussetzen. Der Staat übernimmt hierbei die Rolle eines Vermittlers und Fazilitators.

Auch in der Finanzmarktpolitik gewinnt die Frage der Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Das schlägt sich insbesondere in den Arbeiten der G20 zu Finanzthemen, im sogenannten «Finance Track», nieder. Die G20 schuf 2016 unter chinesischer Präsidentschaft erstmals eine Studiengruppe zum Thema Grüne Wirtschaft (Green Finance Study Group), in der auch die Schweiz vertreten ist. Parallel dazu prüfen das Financial Stability Board (FSB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) derzeit, auf welche Weise der Klimawechsel die Stabilität der Finanzmärkte beeinflusst. Das FSB hat zudem eine Taskforce unter Leitung der Finanzindustrie gebildet, die Empfehlungen für freiwillige und einheitliche, klimabezogene finanzielle Berichterstattung entwickelt hat.

Die Schweiz beteiligt sich aktiv an den Arbeiten der zuständigen internationalen Finanzorganisationen und bemüht sich, in diesem Bereich eine sowohl national wie international kohärente Politik zu betreiben. Die Thematik ist für die Schweiz in zweifacher Hinsicht relevant: Zum einen stellt sie für die Stabilität des Schweizer Finanzsystems ein potenzielles Risiko dar, zum andern birgt sie für den Schweizer Finanzplatz aber auch Chancen. Die Schweiz verfügt dank ihrer Expertise im Umweltbereich, in Kombination mit den günstigen Rahmenbedingungen und einem starken Finanzsektor, über ein gewisses Potenzial für einen langfristigen Wettbewerbsvorteil im Bereich der nachhaltigen Investitionen.

Der Bundesrat hat daher an seiner Sitzung vom 24. Februar 2016 die Grundsätze für eine konsistente Politik der Schweiz im Bereich der Finanzmarktpolitik im Zusammenhang mit der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit sowie die weiteren Schritte festgelegt. Diese Grundsätze beruhen auf dem Vorrang, der den marktwirtschaftlichen, subsidiär zu staatlichen Eingriffen getroffenen Massnahmen eingeräumt wird, sowie auf der Transparenz und der Berücksichtigung der langfristigen Auswirkungen heutiger Entscheide. Neben der aktiven Mitwirkung in den entsprechenden internationalen Gremien wird auch die Vertiefung des Dialogs mit der Branche zum Thema Nachhaltigkeit im Finanzmarktbereich angestrebt. Dabei sollen insbesondere Fragen der Transparenz und allfällige Risiken und Chancen für den Finanzplatz eruiert werden. Der Staat sollte hierbei vornehmlich die Rolle eines Vermittlers und Fazilitators einnehmen.

2017 haben das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) Pilottests zur Analyse der Klimaverträglichkeit von Finanzportfolien initiiert. Alle Schweizer Pensionskassen und Versicherungen konnten freiwillig, anonym und kostenlos ihre Aktien- und Unternehmensobligationenportfolien auf ihre Kompatibilität mit dem international vereinbarten Klimaziel, die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten testen lassen. Mehr Informationen dazu finden Sie unter Klima und Finanzmarkt.

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Letzte Änderung 27.02.2018

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