Digitalisierung des Finanzsektors

Die Schweiz ist eine offene und ressourcenarme Volkswirtschaft in einem globalen Markt. Um Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern, ist die Schweizer Wirtschaft auf ständige Innovation angewiesen. Seit mehreren Jahren birgt insbesondere die Digitalisierung ein grosses Innovationspotenzial und hat einen wesentlichen Einfluss auf den Strukturwandel und das Wirtschaftswachstum.

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Dies gilt insbesondere auch für den Finanzbereich. Die Digitalisierung ermöglicht hier neue, innovative Geschäftsmodelle. Getrieben werden diese Entwicklungen durch leistungsfähigere mobile Endgeräte, besser verfüg- und auswertbare Datenmengen (Big Data) sowie die Blockchain-Technologie. Fintech-Startups oder technologiegetriebene Unternehmen wie Google oder Apple entwickeln diese komplexen Technologien. Traditionelle Finanzintermediäre wie Banken und Versicherungen integrieren solche Innovationen zunehmend in ihre Geschäftsmodelle und stehen damit vor gewaltigen Herausforderungen: Prozesse, Produkte und Strukturen werden auf den Kopf gestellt und erfordern neues Wissen und Fähigkeiten von Mitarbeitenden auf allen Stufen. 

Gefordert ist auch der Staat. Die Digitalisierung ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes und benötigt innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Die Regulierung soll keine ungerechtfertigte Markteintrittshürde für die Entwicklung neuer Technologien darstellen.  

Erste Schritte wurden unternommen. Der Bundesrat hat im Juli 2017 einen erweiterten bewilligungsfreien Raum (regulatorische Sandbox) geschaffen und die Frist für Abwicklungskonten auf 60 Tage ausgedehnt. Das Parlament hat im Juni 2018 eine auf Fintech zugeschnittene Bewilligungskategorie verabschiedet. Auch die FINMA hat die Regeln in ihrem Bereich überprüft und technologieneutral ausgestaltet (z.B. Video- und Online-Identifizierung). 

Damit sind die Arbeiten aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Möglicher Handlungsbedarf besteht bei der rechtlichen Behandlung von auf der Blockchain-Technologie basierenden Vermögenswerten und Währungen, der Einführung einer E-Identität oder der Sicherstellung eines Startup-freundlichen Umfelds. Auch im Bereich der Besteuerung bringt die Digitalisierung grosse Herausforderungen mit sich.

Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen hat eine Arbeitsgruppe zu Blockchain/ICO gegründet. Mit Einbezug des Bundesamt für Justiz, der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) und in enger Konsultation mit der Branche wird die Arbeitsgruppe die rechtlichen Rahmenbedingungen überprüfen und allfälligen Handlungsbedarf aufzeigen (siehe Medienmitteilung vom 18. Januar 2018).

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 07.09.2018

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